Google Goggles scannt auch Gesichter

12. Dezember 2009 von Alex Dragon
Google Goggles im Praxistest

Am 7. Dezember hat Google eher beiläufig eine visuelle Suche unter dem Namen Google Goggles im Android Market veröffentlicht. Die Suchabfrage erfolgt bei Goggles ohne die Eingabe von Keywords oder Sprache, sondern über die Handykamera des Android-Gerätes: Der Nutzer fotografiert ein Motiv, woraufhin das erstellte Bild binnen weniger Sekunden mittels eines Objekt-Erkennungs-Systems verarbeitet und mit Googles Bilderdatenbestand abgeglichen wird. Die Suchergebnisse erscheinen dann in der gewohnten Google-Sortierung nach den dem Bild zugeordneten Keywords. Laut Google steckt das System derzeit noch in den Kinderschuhen: An einer Weiterentwicklung von Goggles werde gearbeitet; zukünftig soll das System auch für iPhone, Blackberry etc. zur Verfügung stehen.

Etiketten, Bücher, Kunst werden zuverlässig erkannt

Die besten Ergebnisse erzielt man laut Google derzeit noch mit Motiven wie Weinetiketten, Buch- oder CD-Covern oder Gemälden. Mein Test mit einem G1 erzielte durchweg gute Ergebnisse: Eine zufällig ausgewählte Flasche Wein wurde in wenigen Sekunden richtig zugeordnet, das Coca Cola-Logo ebenso, auch einer der 4 Schreie von Munch – vom Bildschirm abfotografiert, da das Original an der Wand zu eingestaubt ist – erzielte tadellose Suchergebnisse. Und auch das Cover des zufällig vor mir liegenden Buches mit dem Titel „Beginning. iPhone Development. Exploring the iPhone SDK“ wurde richtig zugeordnet und der erste Suchtreffer linkte: zur entsprechenden Seite im Amazon-Shop.

Ein Chateauneuf Du Pape

Ein Chateauneuf Du Pape

Das Goggles Ergebnis

Das Goggles Ergebnis

Visitenkarten abtippen war gestern

Goggles kann aber noch mehr: Abfotografierte Visitenkarten werden blitzschnell und sauber gescannt, Namen und Kontaktdaten werden importiert und können direkt in den Kontakten auf dem mobilen Gerät gespeichert werden. Beim Test mit der Visitenkarten eines Kollegen erschien unter seinen Kontaktdaten in den Suchergebnissen ein Link zu unserer Website, ein Link zu seiner Twitter-Seite sowie zu seinem Blog.

Gesichter werden doch erkannt

Dass die Bilderkennung nicht bei Personen funktionieren solle (wie es derzeit durchs Netz geistert), kann ich nicht bestätigen: Mit Fotos von Angela Merkel hatte Goggles keine Schwierigkeiten, Friedensnobelpreisträger Barrack Obama macht dem System ebenfalls keine Probleme und auch Google-Vizepräsidentin Marissa Mayer wird auf Anhieb richtig zugeordnet.

Das Foto von Marissa Mayer

Das Foto von Marissa Mayer

Goggles erkennt sie problemlos

Goggles erkennt sie problemlos

What’s next?

Eben diese Funktion der Erkennung und Zuordnung von Fotos zeigt, in welche Richtung die Entwicklung der Technologie zukünftig gehen könnte, wenn man sich vor Augen führt, auf welche Datenmengen – auch privater Fotos (XING, Facebook…) – Google zurückzugreifen imstande ist. Offensichtlich verfolgt man bei Google derzeit aber noch eine abwartende Strategie, was den Abgleich mit umfangreicheren Bilddatenbeständen angeht. Dass hier eher juristische (Datenschutz) und marketingrelevante (Nutzerkritik) Erwägungen eine Rolle spielen, als technische Hürden, ist offensichtlich. Schließlich funktioniert die Technik mit Motiven prominenter Personen bereits einwandfrei. „Und wir arbeiten intensiv daran, die Erkennungsfähigkeiten zu verbessern. Eine Zukunft, in der die visuelle Suche genauso normal ist wie das Zeigen mit dem Finger auf ein Objekt ist damit durchaus vorstellbar”, gibt Shailesh Nalawadi, Produktmanager für Google Goggles, einen Blick in die Zukunft frei.

Bislang ist Goggles nur für Android-Geräte erhältlich, laut der Google-Sprecherin Katie Watson wird die Anwendung allerdings auch für die „populärsten Systeme” entwickelt werden. Dazu zählen webOS, Windows Mobile, Blackberry, Symbian und iPhone-OS.

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4 Antworten zu “Google Goggles scannt auch Gesichter”

  1. Richard sagt:

    Hört sich ziemlich interessant an. Bin mal gespannt, ob das etwas wird.

  2. [...] auf die bereits seit Ende 2009 verfügbare Version 2.0 ist noch nicht in Sicht. Funktionen wie Google Goggles sind somit auf absehbare Zeit erstmal nicht auf dem taiwanesischen Handy [...]

  3. [...] Schlag. Kaum, dass der Internetriese mit der Veröffentlichung der Betaversion seines Suchprogramms Goggles für einiges Raunen im mobile Markt gesorgt hatte, wurde das Google-Phone Nexus One in den USA [...]

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