Google droht mit schlechtem Ranking für falsch konfigurierte Mobile-Websites

08. Juli 2013 von Johann

Google hat am 11. Juni 2013 im Google Webmaster Central Blog einen Artikel über die Änderungen im Ranking der Smartphone-Suchergebnisse veröffentlicht. In dem Artikel konkretisiert Google erstmals Fehler bei mobilen Webseiten, die zukünftig in das Ranking mit einfließen werden und somit zwingend zu beachten sind, damit keine Rankingverluste drohen.

Wir haben uns daher die Mühe gemacht, den englischen Artikel ins Deutsche zu übersetzen und die Meldung zum Anlass genommen anhand konkreter Beispiele aus der Praxis zu verdeutlichen sowie Best-Cases aufzuzeigen, wie diese Fehler erfolgreich umgangen werden.

Des Weiteren haben wir eine Analyse von 91 E-Commerce Seiten durchgeführt und dabei untersucht, ob diese über einen mobile Webshop verfügen, über welches URL-Konzept die Mobile-Webshops ausgeliefert werden und geprüft, ob Startseiten-Redircets und Produkt-Seiten-Redirects richtig konfiguriert sind. Basis für die Auswahl der untersuchten Seiten ist das „Top Shopping-Portale und Online-Shops 2012-Poster“ von iBusiness.

Diese Erhebung hat gezeigt, dass 36,3% der untersuchten E-Commerce Seiten einen Mobile-Shop besitzen. Von den Mobile-Shops werden 67%  über eine Mobile-Subdomain, 1,1% über eine Mobile-Directory und 4,4% auf der selben URL wie die Desktop-Version ausgeliefert. Hingegen verwenden nur 1,1% ein Responsive-Design, obwohl dies von Google explizit als Best-Case empfohlen wird.

Auch die Untersuchung der Mobile-Redirects hat folgendes zu Tage geführt: 6% haben auf der Startseite keine Weiterleitung eingerichtet und ganze 25% besitzen überhaupt keine Detail-Seiten-Weiterleitung. Hierdurch erfüllen viele Brands nicht die Erwartungshaltung der Nutzer und riskieren gleichzeitig zukünftige Rankingeinbußen.

Übersetzungen aus dem Google Originaltexte sind im folgendem zur Abgrenzung zu unseren Anmerkungen und Beispielen in einem Zitat-Boxen hinterlegt.

 

Änderungen im Ranking der Smartphone Suchergebnisse

Smartphone-Nutzer machen einen signifikanten und schnell wachsenden Teil der Internet-Nutzer aus und wir bei Google wollen, dass auch dieser Nutzergruppe alle Möglichkeiten des Webs zur Verfügung stehen.

Als Teil unserer Bestrebungen, das mobile Web zu verbessern, haben wir hierzu unsere Empfehlungen und ein Liste der häufigsten Konfigurationsfehler in diesem Zusammenhang veröffentlicht.

Wer diese Fehler vermeidet, eröffnet seinen Smartphone-Nutzern den vollen Zugang zur eigenen Website und hilft Suchmaschinennutzern schneller zu finden, wonach Sie suchen.

Um die Nutzerfreundlichkeit der Suche für Smartphone-Nutzer zu verbessern und die bestehenden Unzulänglichkeiten auszuräumen, planen wir in naher Zukunft mehrere Ranking-Veränderungen zu veröffentlichen, welche Websites betreffen werden, die nicht korrekt für Smartphone-User konfiguriert sind.

Wir möchten hier noch einmal aufzeigen, wie sich die zwei häufigsten Fehler beheben lassen.

I. Fehlerhafte Weiterleitungen (Faulty Redirects)

Einige Websites nutzen separate URLs, um Desktop- und Smartphone-Nutzer zu bedienen. Eine fehlerhafte Weiterleitung liegt dann vor, wenn Nutzer von einer Unterseite der Desktopseite auf eine nicht passende Unterseite der für Smartphones optimierten Mobile-Website weitergeleitet werden. Ein typisches Beispiel ist, wenn Smartphone-Nutzer von allen Unterseiten der Desktop-Website auf die Startseite der Mobile-Website weitergeleitet werden.

 

Faulty-Redirect am Beispiel roller.de

faulty redirect roller.de

Faulty Redirects


Diese Art der Weiterleitung behindert die zielgerichtete Nutzung der Website-Besucher und kann dazu führen, dass diese die Website nicht mehr verwenden und sich lieber anderweitig umschauen. Selbst wenn die User die Website weiterhin nutzen, erzeugen fehlerhafte Weiterleitungen mehr Aufwand für den Nutzer, was bei einer langsamen mobilen Internetverbindung besonders ärgerlich ist. Diese fehlerhaften Weiterleitungen frustrieren die Nutzer, egal ob sie gerade nach einer Website, einem Video oder etwas anderem Suchen: Unsere Ranking-Anpassungen werden daher viele verschiedene Sucharten betreffen.

Dabei ist es ganz einfach, fehlerhafte Weiterleitungen zu vermeiden: Smartphone-Nutzer müssen nur von der Desktop-Website zur korrespondieren Unterseite der Mobile-Website weitergeleitet werden. Falls diese Inhalte nicht auf der Mobile-Website vorhanden sind, sollten lieber die Inhalte der Desktop-Website angezeigt werden, statt auf eine irrelevante Unterseite der Mobile-Website weiterzuleiten.

 

Richtige Redirects am Beispiel baur.de

Die Lösung, um ein Faulty-Redirect zu vermeiden, ist die exakte Weiterleitung auf die mobile URL der angefragte Unterseite. Wird beispielsweise nach dem Produkt „Fossil Armband Herren Baur“, das bei baur.de im Sortiment geführt wird, innerhalb der Google-Suche gesucht,  wird eine entsprechende Unterseite von baur.de gelistet. Klickt der Nutzer auf das entsprechende Suchergebnis, wird dieser auf die entsprechende mobile Unterseite weitergeleitet. Diese exakte Weiterleitung entspricht der Erwartungshaltung der Nutzer und erfüllt die Anforderungen von Google.

Richtige Redirects baur.de


Wir haben weitere Tipps für richtige Redirects und wir raten, unsere Empfehlungen für die  Verwendung verschiedener URLs für die Desktop-Website und Mobile-Website zu beherzigen.

 

 II. Smartphone-spezifische Felermeldungen

Einige Websites zeigen Desktop-Nutzern auf einer bestimmten URL Inhalte an, während Smartphone-Nutzer auf derselben URL eine Fehlerseite erhalten. Es gibt viele Szenarien, in denen wir Smartphone-spezifische Fehlermeldungen beobachten. Typische Beispiele und unsere Empfehlungen hierzu sind:

  • Wenn Nutzer ihre Desktop-Website mit einem Smartphone besuchen und es besteht eine inhaltlich entsprechende Unterseite, die mobil-optimiert ist, sollten die Nutzer dorthin weitergeleitet werden und nicht eine 404- oder Soft-404-Seite erhalten.
  • Stellen Sie sicher, dass die mobil-optimierte Seite selbst keine Fehlerseite ist. Wenn der Inhalte nicht in einer mobil-optimierten Version vorliegt, liefern Sie die Desktop-Website aus. Dem Nutzer die von ihm gesuchten Inhalte anzuzeigen ist eine viel bessere Option als ihm eine Fehlerseite anzuzeigen.

 

Fehlerseiten-Auslieferung am Beispiel von zalando.de

In dem folgenden Beispiel von zalando.de existiert keine mobil korrespondierende Unterseite zu dem Produkt „Skihandschuhe“. Jedoch leitet Zalando den Suchenden nicht direkt auf die passende Desktop-Unterseite, sondern vorher auf eine mobile Zwischenseite. Auf dieser Zwischenseite bietet Zalando den Suchenden zwei Auswahlmöglichkeiten: Zur Standard Webseite oder Abbrechen.

Bei der Auswahlmöglichkeit „Zur Standard Webseite“, werden die Nutzer auf die entsprechende Desktop-Unterseite und bei der Auswahlmöglichkeit „Abbrechen“  auf die Mobile-Startseite weitergeleitet.

 

fehlerseite zalando

Betrachtet man den von Google genannten Punkt bezüglich der Ausgabe von „Fehlerseiten“ (s.o.), so ist die Zwischenseite von Zalando im engeren Sinne als Fehlerseite zu deklarieren. Dies ist dadurch begründet, dass unter der mobilen URL nicht der korrespondierende Inhalt ausgegeben wird und dadurch eine zielgerichtete Nutzung der Webseite verhindert wird.

 

Lösung von Fehlerseiten am Beispiel von Zalando

Da Zalando keine korrespondierende mobil optimierte Unterseite besitzt, ist es für Zalando empfehlenswert, um Google konform zu handeln und dem Nutzer eine zielgerichtete Nutzung zu ermöglichen, die Desktop-Seite auszuliefern.

lösung fehlerseite zalando

 

  • Falsche Behandlung des Googlebot-Mobile: Ein typischer Fehler ist, den Googlebot-Mobile für Smartphones fälschlicherweise auf die Website weiterzuleiten, die für Feature Phones (einfache Handys ohne vollwertigen Webbrowser) optimiert ist, welche den Googlebot-Mobile für Smartphones wiederum auf die Desktop-Website weiterleitet. Hierdurch entsteht eine endlose Weiterleitungsschleife, die wir (Google) als Fehler betrachten.
  • Dieser Fehler lässt sich einfach vermeiden: Alle Googlebot-Mobile User-Agents geben sich als konkrete Smartphones aus und diese Googlebot User-Agents sollten genau wie diese Smartphones behandelt werden. So gibt sich der Googlebot-Mobile für Smartphones derzeit als iPhone aus und sollte mit demselben Ergebnis bedient werden, wie es ein iPhone-Nutzer erhalten würde.
  • Videos, die sich auf Smartphones nicht abspielen lassen: Viele Websites binden Videos so ein, dass diese gut auf Desktop-Computern funktionieren, jedoch auf Smartphones nicht abzuspielen sind. Wenn zum Beispiel Inhalte zur Darstellung Adobe Flash benötigen, funktionieren diese nicht auf iPhones und Geräten mit Android der Version 4.1 und höher.

Auch wenn wir (Google)  hier nur zwei Arten von Fehlern aufgezeigt haben, ist wichtig, dass  Webmaster darauf achten, alle typischen Fehlkonfigurationen von Smartphone-Websites zu vermeiden. Versuchen Sie, Ihre Website und die darin eingebundenen Videos mit möglichst vielen verschiedenen Smartphones und mobilen Betriebssystem – oder passenden Emulatoren – zu testen. Diese Praxis wird das mobile Web verbessern, Ihre Nutzer zufrieden stellen und Suchmaschinennutzer in die Lage versetzten, Ihre Inhalte vollumfänglich zu nutzen.

 

 

Johann Moor ist SEO Consultant bei gjuce und beschäftigt sich leidenschaftlich mit allen Bereichen rund um das Thema Online-Marketing.

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Eine Antwort zu “Google droht mit schlechtem Ranking für falsch konfigurierte Mobile-Websites”

  1. [...] sich hat und wieso sich diese Fehler negativ auf das Ranking auswirken können, haben wir bereits hier [...]

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