Googles Erweiterte Kampagnen verschlechtern Mobile-Targeting

26. Februar 2013 von Johann

Schon seit einiger Zeit stehen die neuen „Erweiterten Kampagnen“ in Google AdWords Werbetreibenden zur Verfügung. Mit diesen „Erweiterten Kampagnen“ lässt Google Mobile- und Desktop-Kampagnen zukünftig verschmelzen. Konnten Werbetreibende bisher entscheiden, ob sie die neuen erweiterten Kampagnen nutzen oder die bisherigen Kampagnen-Optionen verwenden, wird Google ab Juni 2013 einen harten Cut machen: Mit diesem Datum verschwinden die bisherigen Kampagnen-Optionen völlig und es besteht nur noch die Möglichkeit, die „Erweiterten Kampagnen“ zu nutzen. Doch was ändert sich genau?

Status Quo: Die derzeitigen Kampagneneinstellungen

Wird derzeit eine neue Kampagne in Google AdWords erstellt, dann besteht zugleich die Möglichkeit, diese exakt auf unterschiedliche Gerätetypen (Modell und Hersteller) sowie verschiedene Betriebssysteme auszurichten und somit festzulegen, ob Anzeigen Online oder Mobile ausgeliefert werden. Diese Targeting-Möglichkeit bildet die Grundlage zur effizienten Steuerung der Kampagne in Hinblick auf die relevante Zielgruppe und vor allem innerhalb einer Mobile-Kampagne beliebige Gebote auf Keyword-Ebene festzulegen.

Google AdWords Targeting Optionen

Die bisherigen Targeting-Optionen

Die Erweiterten Kampagnen

Zukünftig wird dieses gezielte Geräte-Targeting bei den erweiterten Kampagnen nicht mehr möglich sein. Zumindest dann nicht, wenn der Werbetreibende seine Anzeige in der Search schalten möchte. Die erweiterten mobilen Ausrichtungsoptionen auf bestimmte Gerätetypen bestehen zukünftig nur noch, wenn man die Anzeigen im Display-Netzwerk schaltet. Dies bedeutet, dass die Änderungen eine Verschmelzung von mobilen und Desktop Kampagnen herbeiführen.

Google begründet diese Zusammenführung der Anzeigen mit einer verbesserten Usability für den Campain-Manager – die Targeting-Optionen der Mobile Advertising Kampagnen sollen übersichtlicher werden. Ob damit die Usability für den Endnutzer steigen wird, hängt davon ab, ob der Werbetreibende den mobilen Nutzer nach Klick auf die Anzeige auf eine mobil optimierte Landingpage weiterleitet.

Keine Keyword-individuelle Gebote mehr möglich

Das größte Problem besteht darin, dass spezielle Gebote für mobil relevante Keywords auf Keyword-Ebene nicht mehr abgegeben werden können. Die Gebote werden zukünftig „global“ auf Kampagnen-Ebene abgegeben. Die maximal Gebote für die Auslieferung von Anzeigen auf mobile Geräte werden ausschließlich über einen Kampagnen bezogenen Faktor auf das Standartgebot für die Desktop-Auslieferung festgelegt. Das bedeutet, dass das maximale Gebot für die mobile Auslieferung zum Beispiel doppelt oder halb so hoch wie das jeweilige Standartgebot für die Auslieferung der Desktop-Anzeige gewählt werden kann.

Gebotsanpassung auf Kampagnen-Ebene

Gebotsanpassung auf Kampagnen-Ebene


Zusammenfassung und Ausblick

Die grundlegende und zugleich extreme Änderung stellt die Entfernung der Ausrichtung auf bestimmte Gerätetypen bei Kampagnen mit Suchanzeigen, dar. Wie zuvor schon erwähnt, verbessert sich dadurch laut Google die Usability. Allerdings nimmt Google gleichzeitig seinen Werbetreibenden die Möglichkeit, spezielle Kampagnen, die ausschließlich für mobile Gerätetypen konzipiert sind, gezielt und vor allem ohne Streuverluste auszusteuern.

Zudem gewinnt hierdurch auch die Thematik der User-Agent Erkennung und die damit zusammenhängende saubere Weiterleitung des User-Agents auf die entsprechende Seite immer mehr an Bedeutung. Konnten die Werbetreibende bisher in den speziellen Mobile-Kampagnen die mobilen Ziel-URLs definieren, müssen sie zukünftig selbst dafür sorgen, dass die mobilen Nutzer zuerst erkannt und dann auf die spezielle mobile Unterseite weitergeleitet werden.

Johann Moor ist SEO Consultant bei gjuce und beschäftigt sich leidenschaftlich mit allen Bereichen rund um das Thema Online-Marketing.

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