Google zu Mobile SEO

08. Juni 2012 von Pelle Boese

Es wurde ja auch mal Zeit, dass Google sich offiziell zum Thema Mobile SEO und insbesondere der großen Frage der Auslieferung der Inhalte äußert. Soll ich alles unter derselben Domain ausliefern, Responsive-Design nutzen, oder meine mobilen Inhalte auf einer Subdomain hosten? In der Anleitung für Web-Entwickler wird geklärt, welche Lösung Google bevorzugt und wie man diese und zwei weitere Lösungen korrekt implementiert. Diese möchten wir Euch natürlich nicht vorenthalten.

Responsive-Design

Sofern möglich, bevorzugt Google klar diese Methode. Dabei erhalten alle Geräte dieselbe HTML-Ausgabe und anhand CSS3 Media Queries wird das Design entsprechende der Screen-Größe angepasst. Diese Methode ist grundsätzlich sehr schön, erfordert jedoch insbesondere bei bestehenden Strukturen und Systemen ein starkes Umdenken und in vielen Fällen eine vollständige Neuentwicklung des dahinterstehenden Redaktionssystems. Zudem bringt dieser Ansatz immer einen gewissen Overhead mit sich, da z.B. Bilder auf einigen Geräten größer ausgeliefert als angezeigt werden oder Teilbereiche der Seite zwar im HTML enthalten sind, aber nicht angezeigt werden.

Gerätebasierte Ausgabe unter einer Domain

Hier wird durch intelligente Geräteerkennung gerätespezifisch angepasster Content unter derselben URL ausgeliefert. Das bedeutet, dass sich die URL nicht ändert, der Inhalt jedoch stark abweichen kann. Google sagt klar, dass hierbei unbedingt ein zusätzlicher Header an den Client (insb. den Googlebot) gesendet werden soll, damit dieser weiß, dass unterschiedliche Inhalte an unterschiedliche User-Agents ausgeliefert werden:

Vary: User-agent

Mobile Subdomain oder Verzeichnis

Für Anbieter, die mobile Inhalte z.B. auf einer mobilen Subdomain wie m.firma.com ausgeben, hat Google ebenfalls Empfehlungen. So soll auf der Desktop-Seite anhand eines rel=alternate Elements auf die mobile Seite verwiesen:

<link rel="alternate" media="only screen and (max-width: 640px)" href="http://m.example.com/page-1" >

Und parallel dazu auf der mobilen Seite ein rel=canonical eingefügt werden, das auf die Desktop-Version als Ursprung verweist:

<link rel="canonical" href="http://www.example.com/page-1" >

Insbesondere das rel=canonical Tag ist laut Google erforderlich.

Zusätzlich hat Google ein rel=alternate Attribut für XML-Sitemaps eingeführt, um auch hier auf die mobile Version verweisen zu können.

Redirects

Auf einer speziell zum Thema eingerichteten Seite gibt Google Tips für Anbieter, die Desktop und mobile Inhalte auf unterschiedlichen URLs hosten und je nach User-Agent auf die entsprechende URL weiterleiten. Hier sind folgende Punkte zu beachten:

  • Auch bei Redirects soll der Vary-Header mitgesendet werden
  • Es ist egal, ob bei Serverseitigen Redirects 301 oder 302 als Status-Code gesendet wird
  • Javascript-Redirects sind ebenfalls möglich (empfehlen wir jedoch nicht!)
  • Bei Serverseitigen und JS Redirects muss die Ziel-URL identisch mit der des rel=canonical sein
  • Google gibt keine Empfehlung, ob Redirects nur in eine Richtung oder in beide erfolgen sollen, weist jedoch auch eventuelle Schwierigkeiten bei bidirektionalen Weiterleitungen hin
  • User sollen immer die Möglichkeit haben, die Redirects zu deaktivieren und die Seite ihrer Wahl sehen zu können
  • Für die Implementierung von sauberen Redirects ist eine User-Agent-Datenbank nötig, um die Geräte korrekt zu erkennen. Google nennt hier als Problemfall die Unterscheidung von Tablets und Smartphones.
  • Auf keinen Fall soll Cloaking eingesetzt werden. Ein iPhone User-Agent soll immer die Inhalte für iPhones sehen. Egal, ob es ein Googlebot ist, der sich als iPhone ausgibt, oder ein “echtes”.

Offizielle Anleitung für Entwickler bei Google: https://developers.google.com/webmasters/smartphone-sites/

via http://searchengineland.com/google-finally-takes-a-clear-stance-on-mobile-seo-practices-123543

Pelle Boese ist Geschäftsführer der gjuce GmbH und beschäftigt sich insbesondere mit der Entwicklung mobiler Produkte, neuen Technologien, Geräteerkennung und mobilen Frameworks.

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8 Antworten zu “Google zu Mobile SEO”

  1. [...] Google Finally Takes A Clear Stance On Mobile SEO Practices Mobile SEO: Google zu Mobile SEO var szu=encodeURIComponent(location.href); var [...]

  2. Mr. Pink sagt:

    Schön, dass Google jetzt endlich Empfehlungen zur Handhabung mobiler Websites gibt.

    So ganz klar ist mir jedoch noch nicht wie mobile Sitemaps behandelt werden. Empfohlen ist bisher diese neben der normalen XML-Sitemap mithilfe der Webmaster Tools einzureichen. Somit müssten die mobilen Seiten nach meinem Verständnis auch im mobilen Suchindex gelistet werden, da der Googlebot-Mobile seit einiger Zeit zusätzlich zu seinen bisherigen Funktionshandy-User-Agents mit einem Smartphone-User-Agent crawlt (http://googlewebmastercentral-de.blogspot.de/2011/12/der-neue-smartphone-googlebot-mobile.html).

    Hiernach sprach einiges dafür, dass es zukünftig einen separaten mobilen Index, insbesondere für Smartphones und nicht nur Feature-/WAP-Phones geben könnte.
    Meine Versuche meine mobile Seite in den mobilen Index zu bekommen sind jedoch gescheitert. In den Webmaster Tools wurde mir nur angezeigt, dass die mobilen Seiten zusätzlich in den normalen Web-Suchindex aufgenommen wurden.

    Laut John Mueller von Google Switzerland sei diese Anzeige in den Webmaster Tools korrekt:
    “Is it possible that the URLs in there are not traditional mobile URLs, but rather smartphone URLs? Given that we treat smartphone URLs as being equivalent to “normal” web-URLs, they wouldn’t be counted separately as mobile ones (where we’d only include those specifically for traditional mobile devices using WAP/WML,etc). If these are smartphone URLs, I’d just include them in a normal Sitemap file and submit them like that.” (https://productforums.google.com/forum/#!topic/webmasters/U5izdDCBN_w/discussion)

    Ich fand diese Aussage angesichts des Smartphone-Googlebot-Mobile unlogisch bzw. widersprüchlich, jetzt ergibt es jedoch Sinn, wenn Google Responsive-Design und eine URL empfiehlt. Damit läuft es wohl doch auf einen einizigen Suchindex hinaus.

    Sollte man trotzdem eine mobile Sitemap für Smartphone-URLs erstellen?

  3. Pelle Boese sagt:

    Hi Mr. Pink und danke fuer deinen ausfuehrlichen Kommentar. Ganz ehrlich gesagt, beobachten wir immer wieder aehnliches Verhalten bei Google, zumindest oder insbesondere in Deutschland. Ich glaube, dass Google hier noch viel experimentiert und es noch ein wenig brauchen wird, bis man da eine wirklich finale Aussage zu treffen kann. Ich wuerde allerdings trotzdem die mobile Sitemap empfehlen, sofern es nicht zu viel Aufwand macht. Schaden kann es sicherlich nicht. Die ganze Feature-Phone-Sache ist ja ohnehin in Deutschland bereits Geschichte. Von daher wird es spannend bleiben, ob Google in Zukunft Seiten fuer Smartphones getrennt indiziert oder nicht. Wozu auch sonst den Smartphone-Bot…

  4. Julian sagt:

    Also ich bevorzuge auch CSS Media Queries. Ist einfach die sauberste Variante.
    Leider nicht perfekt auf performance optimierbar. Wird einfach viel unnötiges html mitgeladen das mit css ausgeblendet wird.

  5. Peter Heck sagt:

    @Julian

    Ich denke manchmal muss man ein paar Performance Probleme hinnehmen weil es einfach die beste Lösung ist oder man schreibt eben was eigenes :D

  6. [...] CSS3 Media Queries das Design auf die jeweilige Screen-Größe angepasst wird. Einen ausführlichen Artikel hat Pelle Böse dazu geschrieben.Da nun die Diskussion bezüglich der Auslieferung der Inhalte auf [...]

  7. [...] mobile SEO wird sicher ein weiterer wichtiger Channel werden. Ein paar Infos dazu findet Ihr auf http://www.mobile-seo.de/archiv/522-google-zu-mobile-seo.html ein Projekt der werten Kollegen von http://www.gjuce.com/ rund um Pelle Boese. Ein paar weitere [...]

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